Ich mache nur meinen Job

19. Mai 2010 at 23:50 (Gesellschaft) (, )

Darüber rege ich mich immer wieder auf, wenn ich diesen Satz höre.

Allein schon das „Nur“ finde ich schlimm – das ist nämlich typisch an NUR Menschen. Es war ja nur ein Ring den ich verlor. Es ist nur ein Baum, der der Axt zum Opfer fiel.

„Job“ – kennt eigentlich noch jemand das deutsche Wort Beruf? Sich berufen zu fühlen einer Arbeit nach zu gehen, die einen am Herzen liegt. In der man sich einbringt um zu gestalten, zu formen und etwas zu bewegen. Eigentlich könnten wir da auch sagen der Serien Killer macht nur seien Job, oder der Soldat in Afghanistan macht nur seinen Job. Nicht ohne Grund wurde beim Aufbau der Bundeswehr dem Soldaten mit auf dem Weg gegeben, das sie sich gegen einen Befehl wider setzen können, wenn dieser Befehl gegen die grund Statuten verstößt. Damit niemand sagen kann ich mache nur meinen Job. Es ist eine Art Freifahrtschein um sich nicht weiter rechtfertigen zu müssen, wieso man nicht anders handelt. Eine Legitimation sich nicht anders entscheiden zu können – wie in etwa „ich hatte keine andere Wahl“. Dabei hat jeder immer eine Wahl. Dabei Entmündigt man sich seiner selbst. Wer sich diesem Satz bemächtigt, entledigt und entzieht sich jeglicher Verantwortung und wird damit zum Gedankenlosen Wesen, zur einer Maschine die Programmiert wurde um ihre Aufgabe zu erfüllen, ohne wenn und aber. Sich selbst setzt man dabei als „Angeklagter“ auf die Richter Bank um sich einen Freispruch aus zu stellen. Nur um sich selbst keine weiteren Umstände zu bereiten.

Kurzfristig gedacht wird dieser Ärger auch vermieden, doch um so mehr Menschen nach diesem Prinzip leben, wird es irgendwann selbst auf einen zurück kommen. Wenn jemand anderes eine Entscheidung für oder gegen einen selbst treffen muß. Dann wird`s wieder heißen „er hat nur seinen Job gemacht“.

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