Darf ich vorstellen, Fräulein Sumisu

15. Juni 2010 at 20:39 (in eigner sache, Leben) (, , )

Fräulein Sumisu

Miss Smiths

Fräulein Sumis macht mir die Tage das Leben schwer und hat deshalb heute zu Strafe Stubenarrest. Der geneigte Leser kann es sich vielleicht schon denken, das meine Katze Ausgang in den Garten hat und diesen eigentlich nie verlässt, da er gut eingezäunt ist. Ja genau, eigentlich. Denn seit neustem steht ein großer Steingrill am Zaun. Den besteigt sie nun seid ein paar Tagen, bis hoch auf’s Plateau des Schornsteins und sitzt da wie ein Adler auf seinen Horst. Sicherlich ein schöner Anblick für uns und ein noch schönerer Ausblick für sie, nun hat sie das gemacht was zu erwarten war. Sie sprang über den Zaun in Nachbars Garten, der mit unendlichen weiten gesegnet ist. Das tat sie Vorgestern zum 1. Mal, als ich drüben war.

Gut dachte ich mir, sichert du das Hochplateau erstmal mit Stahldraht (was anderes hatte ich nicht zu Hand), doch was macht Madame heute Nacht? Springt trotzt der Sperranlage einfach über den Zaun und trifft sich mit dem Hofkater zum Schäferstündchen. Bemerkt habe ich das erst als ich kurz um Mitternacht zu Bett gehen wollte. Mit Taschenlampe und Naschwerk ausgerüstet ging’s in den Garten, im schein des Lichtkegels ,blitzen mich die Augen des Katers an, Sumisu ward nicht gesehen.
Dürfte ich also, mitten in der Nacht, über den Zaun steigen, zum Glück stand im Keller noch eine zweite Leiter, so das ich mit meiner und der des Hausmeister, relative bequem in Nachbars Garten einsteigen konnte. Ach ja, der Zaun steht hier eigentlich nur, weil unser geliebter Nachbar so ein anständiger deutscher ist, der den Zaun damals ganz fix aufbaute, weil ich mal sein Grundstück betrat und er mir gleich mit der Polizei drohte wenn ich jenes nicht verlassen würde.
Suchen, rufend und mit der Schachtel Trockenfutter raschelnd in der einen Hand und der Taschenlampe in der anderen Hand stand ich nun auf der anderen Seite. Mir schon ausmalend wie ich dem Nachbar oder der Polizei erklären soll, was ich denn hier mache und in der sorge das ich dann Sumisu nicht gar nicht mehr zurück locken könne. Zum Glück kam niemand und konnte Sumisu wieder einfangen.

Das war also nichts, es bedarf einer Lösung, damit sie nicht mehr auf`s Hoch Plateau steigt. Also habe ich zwei Blumentöpfe zertrümmert und die Scherben auf den first des Grills, mittels Mörtels, geklebt. Die Verschandelung des Grills nahm ich in Kauf, wenn es denn das Problem lösen soll, wovon ich auch fest ausgegangen bin. Am Abend habe ich dann Sumisu wieder raus gelassen. Es dauerte keine 5 min. und sie schaffte es trotz dessen wieder über den Zaun. Miststück. Alles umsonst, was nun, den Grill kann ich nicht mehr umsetzen, der ist frisch verputzt und wiegt über 300 kg.

Meine Nachbarin, gab mir den Rat, das ich sie kastrieren soll, ihre Katzen machen nämlich keine Anstalten über den Zaun zu klettern. Jetzt habe ich nun diese Woche einen Termin beim Tierarzt. In der Hoffnung das dann hilft und sie das Interesse verliert über den Zaun zu springen. Für uns beide ist das zur Zeit kein Vergnügen.

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Wie Kätzchen zu mir fand

3. Mai 2010 at 13:00 (Einfach schön, in eigner sache) ()

Es war im Feb 2002, ich war mit meiner damaligen Freundin auf den Weg ins Kino, als ein um Hilfe rufendes miauen meine Aufmerksamkeit weckte, unter einen Auto versteckt rief sie nach uns. Sie saß dort, ein wenig verwildert, sah aber Gesund aus. Wir hielten inne, entschieden uns aber dann weiter zum Kino zu laufen, das Kätzchen folgte uns beiden über Gehwegen und Gärten zum Kino.
Wir betraten das Kino, natürlich ohne Kätzchen, und schauten uns einen Film der Spät Vorstellung an. Beim besten Willen will mir nicht einfallen was wir geschaut hatten, aber an Details mit Kätzchen erinnere ich mich als wenn es gestern gewesen wäre. Nach der Vorstellung fragten wir uns, was wir denn nun machen, falls das Kätzchen noch da sein sollte? Welche überflüssige Frage, wir nehmen Sie auf, ist doch klar! 🙂

Leeloo möchte es gerne warm

Raus aus dem Kino und einige Schritte in Richtung Heimat, sprang sie aus den Büchen zu uns – hatte sie tatsächlich neben dem Kino die ganze Zeit gewartet – nun folgte uns nun bis nach Hause.
Oje, zu Hause wartet allerdings noch ’n Kater, der nicht erfreut war sein sich ausgesuchtes Heim mit so einer Mieze von der Straßen zuteilen. Wie häufig begrüßte er uns an der Tür. Fix war ihm klar das wir etwas mitbrachten.
Ui ui, ganz schön dicken Schwanz hatte er bekommen. Mit Kätzchen ging’s ganz schnell ins Badezimmer. Katerchen kratzte und mauzte aufgeregt vor der Tür. Wen wir da wohl mitgebracht haben?

Drinnen im Bad, saßen wir beide mit Kätzchen. Da es meiner Freundin nicht ganz genehm war, das wir ne halb verwilderte Katze von der Strasse zu uns in die Wohnung holten, duschten wir Kätzchen. Sie ließ es sich Anfangs auch gefallen, doch als das nasse Wasser seinen Weg durch ihr struppiges Fell bis auf die Haut fand, war`s ihr zu viel und weihte erst mal kräftig das Badezimmer ein.
Trocken gerubelt, körbchen mit Decke und mit Futter versorgt ließen wir sie im Badezimmer allein, damit sie ruhe fand und wir uns um Katerchen kümmern könnten. Der allerdings interessierte sich für unsere Aufmerksamkeit nun gar nicht , war er doch viel zu neugierig was und wer dort in seinen Badezimmer sitzt.
Die Nacht sollten beide getrennt von einander verbringen, Kätzchen im Badezimmer und Katerchen den Rest der Wohnung. Doch wie konnten wir so Herzlos sein, Kätzchen in diesem kalten, ungemütlichen Raum in dem sie von uns geduscht wurde, alleine zu lassen. Zum Glück hat sie nie ein Trauma davon getragen. Später verbrachte sie ganz gerne die Zeit sogar schlummert im Waschbecken. Die nächsten Tage brachten wir die beiden Katzen einander näher. Katerchen machte schnell klar wer hier das sagen hat, ein gefauche hier eins da und die Fronten waren geklärt. Kätzchen von Natur aus eh beschneiden und dankbar nahm’s gelassen hin. Da wir keine Ahnung hatten wem die Katze gehörte, brachten wir natürlich Aushänge in der Umgebung an, doch zum Glück meldete sich niemand und so konnte sie bei uns bleiben. Schnell war auch ein Name gefunden, inspiriert durch den Film „Das Fünfte Element“ gaben wir ihr den Namen Leeloo.

Doch so wie alles einmal beginnt, endet es auch im Leben. Vor einigen Wochen kam sie von ihrer Tour in der Natur nicht mehr zurück, es war nicht das erstmal das sie nicht nach Hause fand, doch diesmal war’s das letzte mal. Eine Nachbarin fand sie Tod im Gebüsch, ihre Hüfte war total verschoben, irgendwas hatte sie schwer verletzt. Begraben in der Erde findet sie nun ihre Ruhe.

Sie war die verschmuste, liebste und bescheidene Katze die ich kannte.

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